Shu Ha Ri – Teamentwicklung in Etappen

Veröffentlicht am Mai 19, 2011 unter Wissen

Jurgen Appelo, den ich dieses Jahr persönlich bei seinem Management 3.0 Seminar in Hamburg kennenlernen durfte, hat eine für mich sehr stimmige Aussage getroffen:

Alle Modelle sind falsch, aber manche sind nützlich.

Ein Modell, dass ich für nützlich halte, ist das Shu Ha Ri – Modell, welches aus dem fernöstlichen Kampfsport stammt und von Lyssa Adkins in ihrem Buch „Coaching Agile Teams“ ausführlich dargestellt wird.

Gerade in einer solch komplexen Domäne, wie der Softwareentwicklung, sind solche Abstraktionen hilfreich, um effektiv mit Gruppen arbeiten zu können und bei Teamentwicklungsprozessen bei der Selbstreflektion zu helfen.

Das Shu Ha Ri – Modell besteht aus drei Stufen:

  • Shu: Jemand, der sich in dieser Ebene bewegt, benötigt klaren Regeln. Ihm fehlt die Erfahrung, Zusammenhänge und Hintergründe bewerten zu können und er folgt den Regeln erstmal in Vertrauen auf seinen Lehrmeister.
  • Ha: Der Lernende beherrscht die grundlegenden Praktiken und Prinzipien. Jetzt entsteht Raum, das Handeln zu reflektieren und ein tieferes Verständnis zu entwickeln, warum das gelernte funktioniert oder was es im Kern ausmacht. Diese Einsichten ermöglichen es, die Regeln zu brechen und neu zu definieren, ohne die dahinterliegenden Wirkprinzipien zu verletzen.
  • Ri: Man selbst ist die Regel. In tiefer Kenntnis der Notwendigkeiten und Mechaniken des Handelns können eigene Regeln erstellt werden, die nichts mehr mit den ursprünglichen Regeln zu tun haben und diese in ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die eigene Situation deutlich übertrumpfen.

Man kann dieses Modell auf verschiedene Bereiche eines Teams anwenden, wie auch auf die persönliche Entwicklung in Bezug auf ein Thema.

In welchem Bereich Deines Lebens oder Jobs bist Du Shu, wo Ha und wo Ri?